13.05.2019

SPD Eppelheim


Drei SPD Bürgermeister prägten maßgebend die Entwicklung Eppelheims
Nachwächterführung der SPD: Heimatforscherin Elisabeth Dahlhaus beleuchtete die politische Geschichte der Stadt

Mit Andreas Jäger, Peter Böhm und Hugo Giese waren gleich drei SPD Bürgermeister in hohem Maße prägend für die Entwicklung Eppelheims gewesen. Dies wusste Elisabeth Dahlhaus zu berichten. Die SPD Altgemeinderätin war auf Einladung ihres Ortsvereins in ihre Lieblingsrolle geschlüpft und führte als Nachtwächterin mit Hellebarde und Laterne durch die politische Geschichte der Stadt. Die Nachtwächterführungen der Heimatforscherin sind beliebt. An Teilnehmern mangelt es nie. Treffpunkt für die Führung war dieses Mal der frühere Marktplatz, der im Juni 2006 in Würdigung der Verdienste des langjährigen Bürgermeisters Hugo Giese eine Umwidmung erfuhr und seitdem Hugo-Giese-Platz heißt. Dort begrüßte der SPD Vorsitzende Jürgen Geschwill die Teilnehmer. Von dort ging es in die August-Bebel-Straße zum früheren Wohnhaus Hugo Gieses. Hier erwartete die Rundgangteilnehmer eine Überraschung. Die SPD lud zusammen mit Anneliese Giese, der Frau des viel zu früh verstorbenen Sozialdemokraten, zu einem Sektumtrunk ein. Vorbeugend gegen die kühlen Abendtemperaturen wurde auf der Tour durch die Stadt auch Schnaps ausgeschenkt, den Elisabeth und Joachim Dahlhaus spendiert hatten. „Jäger, Böhm und Giese haben alle ihr Bestes gegeben - hoch sollen Sie leben“, rief die Nachtwächterin in die Runde. Dann drehte sie das Rad der Zeit zurück: „Hört Euch an, was sie für unseren Ort alles getan.“ Hugo Giese hatte das Amt des Bürgermeisters von 1978 bis 1994 inne. 2001 verstarb er im Alter von nur 70 Jahren. In seine Amtszeiten fielen unter anderem der Bau der Realschule und des Gymnasiums, die Rathauserweiterung und die Ausweisung des Neubaugebiets Konrad-Adenauer-Ring. Eppelheim bekam ein neues Wasserwerk und die Jugend ein Jugendzentrum. Alle Sportplätze wurden saniert und die erste Städtepartnerschaft mit Wilthen geschlossen. Ein paar Meter weiter gedachte man den Errungenschaften von Gieses Amtsvorgänger Peter Böhm in der nach ihm benannten Straße. Böhm wurde 1954 im Alter von 36 Jahren zum Bürgermeister gewählt. „Er hat Eppelheim groß gemacht“, hob Dahlhaus hervor und erinnerte an die rege Bautätigkeit und die Hochhäuser, die in der Zeit entstanden. Unter Böhm wurden unter anderem auch Friedrich-Ebert-Schule, Hallenbad, Rhein-Neckar-Halle, Reithalle mit Turnierplatz und die Tennisplätze gebaut. Weiter ging über die Rudolf-Wild-Straße in die Peter-Böhm-Straße. Im Haus mit der Nummer 17 wohnte einst Eppelheims erster SPD Bürgermeister Andreas Jäger. Der Mitbegründer der Eppelheimer SPD leitete von 1919 bis 1933 und von 1945 bis 1954 die Geschicke. Sein Augenmerk galt dem sozialen Wohnungsbau und der Erschließung von Straßen und Wohnvierteln. Die Erweiterung der Theodor-Heuss-Grundschule fiel auch in seine Amtszeit. (sg)